Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm e.V.

Die 20 Kinder

Mania Altman
*1938 in Radom, Polen

TERMIN

Gedenkfeier

Die nächste Gedenkfeier für die Kinder vom Bullenhuser Damm findet statt am Mittwoch, 20. April 2016, um 18 Uhr. Auch diesmal werden Angehörige der Kinder aus der ganzen Welt erwartet. Die Gedenkfeier ist öffentlich. Alle sind herzlich eingeladen.

Die Gedenkstätte ist an diesem Tag ab 10 Uhr für Besucherinnen und Besucher geöffnet.


Eindrücke von der Gedenkfeier 2015

TERMIN

Lange Nacht der Museen

Die Gedenkstätte Bullenhuser Damm nimmt am 9. April 2016 von 18 bis 2 Uhr wieder teil.

Alle Infos und unser Programm unter:
www.langenachtdermuseen-hamburg.de


Vom 16.-21. April 2015 fand das erste große Jugendbegegnungsprojekt über die Kinder vom Bullenhuser Damm statt. Schülerinnen und Schüler aus den Niederlanden, Frankreich, Italien, Polen und aus Hamburg arbeiteten gemeinsam zu der Geschichte der Kinder vom Bullenhuser Damm.
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Die Geschichte der Kinder vom Bullenhuser Damm

In der Nacht vom 20. auf den 21. April 1945 ermordeten SS-Männer 20 jüdische Kinder und mindestens 28 Erwachsene im Keller des Gebäudes am Bullenhuser Damm 92-94. Vor ihrer Ermordung erlitten die Kinder aus Polen, der Slowakei, Italien, Frankreich und den Niederlanden als Neuengamme-Häftlinge die Qualen medizinischer Experimente. Um diese im Zuge der Lagerräumung zu vertuschen, mussten die Kinder sterben. Die Angehörigen der Kinder erfuhren erst Jahrezehnte später oder nie von dem Schicksal der Kinder. Viele Angehörige aus aller Welt kommen jedes Jahr am 20. April zur Gedenkfeier in die Schule am Bullenhuser Damm nach Hamburg.
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Walter Jungleib, 1942
© privat   

Identifizierung nach 70 Jahren

70 Jahre lang lebte die 85-jährige Grete Hamburg in dem Glauben, ihr Bruder Walter wäre als Kind bei einem Todesmarsch von Auschwitz ums Leben gekommen. Grete Hamburg überlebte als Jugendliche die Shoa und lebt heute nahe Tel Aviv. Keine 100 Kilometer entfernt lebt Bella Reichenbaum in Haifa, die seit Jahren zur Gedenkfeier am 20. April nach Hamburg reist. Eduard Reichenbaum, der Bruder ihres Mannes Yitzhak, wurde mit 10 Jahren ebenfalls am Bullenhuser Damm ermordet. Nach der diesjährigen Gedenkfeier kehrte Bella Reichenbaum zurück nach Israel und machte sich auf die Suche nach dem bisher unbekannten Jungen W. Junglieb. Auf der Liste eines Häftlingstransportes von Auschwitz nach Lippstadt fand sie neben Namen eigener Angehöriger auch zwei Frauen mit dem Namen Jungleib. Über die Webseite der Gedenkstätte Yad Vashem konnte sie Kontakt zur Familie Jungleib herstellen. Sie erfuhr, dass Walter Jungleib (so die richtige Schreibweise) aus Hlohovec in der Slowakei nach Auschwitz deportiert worden war. Die Identifizierung beruht auf der Übereinstimmung des Namen, des Alters und der Tatsache, dass der Name seiner Mutter wie der anderer Mütter der „20 Kinder“ auf der Deportationsliste nach Lippstadt steht.

Grete Hamburg schrieb im Juli 2015 an die KZ-Gedenkstätte Neuengamme: „Ich war und bin so erschüttert und fassungslos, kann gar nicht meine Gefühle beschreiben. […] Mein Vater, meine Mutter, Walter und ich wurden im Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert. Die Männer und Kinder wurden von uns getrennt. Walter hat seine Kappe vergessen und ist zurückgekommen um sie zu holen, danach war er der letzte in der Reihe, hat sich umgedreht, gewinkt und gelächelt und das war das letzte Mal, dass meine Mutter und ich Walter gesehen haben.“

Grete Hamburg plant am 20. April 2016 an der Gedenkfeier teilzunehmen.
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© Barbara Hüsing   

Der Journalist Günther Schwarberg

Eine Artikelserie über das NS-Kriegsbrechen am Bullenhuser Damm im Magazin STERN 1979 war der Beginn – die Spurensuche und die Aufklärung des Mordes an den 20 jüdischen Kindern und ihren Pflegern wurde zur Lebensaufgabe des Journalisten Günther Schwarberg, der im Dezember 2008 starb. Seiner Beharrlichkeit ist es zu verdanken, dass die Namen der Kinder, Pfleger und Ärzte nicht in Vergessenheit geraten sind. Für sein Werk erhielt er 1988 zusammen mit Barbara Hüsing als erster Deutscher die Anne-Frank-Medaille.
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Das Gebäude am Bullenhuser Damm nach Ende des Krieges. © KZ-Gedenkstätte Neuengamme

ZITAT

„Wenn ich das (den Holocaust) in einem Ort zusammen fassen müsste, dann wäre es nicht Auschwitz, sondern Bullenhuser Damm. In Auschwitz starben mehr als eine Million Menschen, in der Schule am Bullenhuser Damm waren es zwanzig Kinder. Sie wurden von den Nazis für medizinische Experimente benutzt. Im April 1945 brachte die SS diese Kinder mitten in der Nacht in den Heizraum und erhängte sie. Die Jüngsten waren 5 Jahre alt. Schlimmeres kann es überhaupt nicht geben.“

Erich Hartmann, Fotograf und Autor des Buches „In the Camps“

ÖFFNUNGSZEITEN GEDENKSTÄTTE

Jeden Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

 

FÜHRUNGEN

Termine der öffentlichen Führungen finden sich jeweils aktuell auf der Internetseite der KZ-Gedenkstätte Neuengamme:

www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/...

ANSCHRIFT

Gedenkstätte Bullenhuser Damm
Bullenhuser Damm 92
20539 Hamburg
(S-Bahnhof Rothenburgsort)